Zweites Bulgarisches Reich

Die Wohnungstypen in/aus dem Zweiten Bulgarischen Reich

Die Adligen lebten in einer unerreichbaren, fast märchenhaften Welt, worüber sogar die ausländischen Reisenden mit großer Bewunderung berichteten.

Die ärmsten Schichten der Bevölkerung - die Bauern, Handwerker und Arbeiter - lebten in Grubenhütten oder Erdhütten, die „Zemlianki“ genannt wurden. Sie waren mit Stroh und Schilf bedeckt. Diese Wohnhäuser bestanden aus einem Innenraum und dienten als Unterkunft der ganzen Familie. Die Seitenwände der Erdhütten (halbunterkellerten Häuser) bestanden aus ineinander verflochtenen und mit Schlamm zusammengeklebten Zweigen.  Diese Baukonstruktion konnte die Feuchtigkeit und Kälte kaum aufhalten, weil die Wände ca. 10 bis 14 Zentimeter dick waren. Der aus Lehm bestehende Fußboden der Grubenhütten war mit festgewalzter Erde bedeckt, worauf die Schlafmatten gelegt wurden.  Gruben mit ähnlicher Konstruktion und Form wurden auch zur Lagerung und Aufbewahrung von Vorräten oder Lebensmitteln genutzt. Diese wurden Keller genannt. Die Häuser auf dem Lande wurden am häufigsten mit dem  Wort "Hizha" ("Hütte") bezeichnet.


Die Inneneinrichtung in den Wohnhäusern der einfachen Menschen war sehr kärglich.  Dazu gehörte ein offenes Feuer, ein Paar Tongefäße, ein Webstuhl, ein Teppich, eine Öllampe, eine Schlafkoje.


Obwohl die Häuser der armen Schichten nicht voll und ästhetisch ausgestattet waren, glänzten sie mit perfekter Sauberkeit. Viele ausländischen Reisenden, die das Land der Bulgaren bereisten, waren über diesen krassen Gegensatz erstaunt. In den kalten Wintermonaten des Jahres wohnte die Familie zusammen mit dem Vieh unter einem Dach, um es vor Kälte zu schützen und so mehr Wärme im Innenraum zu sichern.  Wegen der geringen Wohnfläche waren die Städte dicht besiedelt. Ganz im Gegenteil war es in den Dörfern, wo es mehr Platz gab. Die Einheimischen folgten keinem Bauplan und ihre Häuser waren überall verstreut. Die Wohnhäuser der  Stadtbewohner hatten Steinfundamente und waren zweistöckig. Das zweite Stockwerk hatte einen oder zwei Räume mit einer Wohnfläche von insgesamt 15 Quadratmetern. Die Wände am zweiten Stock bestanden aus mit Schlamm verkleidetem Holz. Nicht selten wurden die Wände aus zwei Holzbrettern konstruiert, deren Innere mit Erdmaterial gefüllt wurde. Diese Wohnhäuser wurden gewöhnlich mit Kamin geheizt. Häuser mit strohgedeckten Dächern, die typisch für die Städte waren, wurden stark verbreitet, da das Stroh als Baumaterial leicht zugänglich und ziemlich billig war. Dachbildungen aus Holzbrettern oder Ziegeln waren zu der Zeit keine ungewöhnliche Erscheinung.   Der Stall und die Werkstatt für Handwerk waren in der Regel im Erdgeschoss untergebracht, während ein Stadel und weitere Nebengebäude gesondert errichtet wurden.


Im Gegensatz zu den einfachen Leuten lebten  die Adligen aus dem  nahen Umkreis des Herrschers, die einflussreichen Bürger oder die Beamten der Staatsverwaltung, in luxuriösen Wohnbauten. In den historischen Quellen aus dem Mittelalter wurden die Hochschlösser und reichen Häuser oft erwähnt. Die Häuser der Adligen zeichneten sich durch ihre Größe und bunte Architektur aus, bei deren Errichtung die hohen Leistungen der Architektur und Kunst dieser Zeit eingesetzt wurden. Die mit geometrischen Formen und Metallornamenten dekorierten Fassaden aristokratischer Häuser wurden mit verschiedenen Farben verziert. Ihre vielfältige Gestalt bekamen die oberen Stockwerke durch ihre Nischen und Bögen. Der Baustil des Zweiten Bulgarischen Reiches unterschied sich durch den Einsatz von rotem Backstein, bunten dekorativen Keramikornamenten und hölzernen Platten.


 Die interessanten Formen und verschiedenen Farben der Fensterscheiben, wie hell grün oder blau, gelb und lila waren ein echtes Kennzeichen dafür, dass die bestimmte Wohnung Eigentum einer wohlhabenden Person war.  Als Höhepunkt der Leistung in der Kunst und im Handwerk galt es, wenn die Vorderseite der Fensterscheiben mit verschiedenen Ornamenten, wie Schmiedeeiserne-Elemente verziert wurden. Das verbreitete Ornament war der vierblättrige Klee. Der Palast der Zaren war das bemerkenswerteste unter allen Gebäuden in Veliko Tarnovo und erhob sich, wie ein echtes Juwel, stolz auf dem Hügel Tsarevets.


Der Palast bildete einen selbstständigen architektonischen Komplex. Umgeben von Wohnbauten und Nebenanlagen musste er dem Zaren und seiner Familie ein angenehmes Leben ermöglichen. In seiner ursprünglichen Form wurde der Palast von den Brüdern Assen und Peter errichtet und im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut und rekonstruiert.  Die Ausstattung der kaiserlichen Prunkräume veranschaulicht wie die Zaren damals residierten. Die Säle im Palast wurden mit Vorhängen aus Seide und Samt dekoriert und der Fußboden mit kostbaren Teppichen bedeckt. Die Esstische wurden mit Speisen und Getränken überfüllt und in goldenen und silbernen Geschirr serviert. An den Wänden in den Wohnräumen des Zaren und seiner Gemahlin wurden Gemälden mit Heiligen und Portraits von Königen aufgehängt.


Der Thronsaal war besonders beeindruckend bemalt.  Die Fußböden in den Innenraumen waren mit Mosaiken aus weißem, hellgelbem und hellrosa Marmor, grünem Serpentin und rotem Porphyr bedeckt. Die Mosaiken stellten Dreiecke, Parallelepipeds, aber auch Kreuze dar. Überall duftete es an Wohlgeruch, um die Vorstellung für die märchenhafte Welt in den Zarenpalästen zu verstärken.


Wir, die Mitarbeiter im Historischen Park bemühen uns, den Ruhm und die Majestät der glorreichen bulgarischen Herrscher und Könige ins Leben zu rufen und Sie auf ein aufregendes Abenteuer durch die späten Mittelalterzeiten auf den bulgarischen Gebieten mitzunehmen. In dieser Etappe der Projektausführung wird die Zone Zweites Bulgarisches Reich errichtet. Als Nebenanlagen werden spezielle Gästehäuser aufgebaut, in denen Besucher übernachten können. Die Gästehäuser entstehen im authentischen Bolyaren- Stil, deren Innengestaltung in die Vergangenheit zurückführt, um auf die bestmögliche Weise zu veranschaulichen, wie die Menschen in dieser berühmten Zeit gelebt haben. Es fühlt sich wie eine Zeitreise an, da alles mit viel Liebe zum Detail aus der Epoche des Zweiten Bulgarischen Reiches 1:1 umgesetzt wurde.

Die modernen Errungenschaften der Gegenwart werden mit der Eleganz und Schönheit des Mittelalters kombiniert, damit Sie den Aufenthalt bei uns ganz und voll genießen können von ihrem Aufenthalt bei uns, um sich wie die großen bulgarischen Herrscher und Herrscher zu fühlen, deren Pracht und Macht sogar Konstantinopel überschattete. Reichen Patrizierbauten decken in ihrer äußeren und inneren Gestalt eine große Bandbreite ab, in der sich die soziale Spannweite des Bürgertums widerspiegelte.

08.05.2020